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Entwicklungstherapie/Entwicklungspädagogik (ETEP):

ein Programm zur Förderung

  • von Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensauffälligkeiten
  • von sozial-emotionalen Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen generell
  • von Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensproblemen in inklusiven Settings

Es ist in allen Schulstufen und Schulformen eine Tendenz beobachtbar, dass die Anzahl von Kindern und Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf in ihrer sozial-emotionalen Entwicklung, d.h. mit auffälligem Verhalten, zunimmt. Und viele Lehrkräfte beklagen, dass sie für eine solche Arbeit nicht ausgebildet seien. Ähnliches gilt für die Situation in Gruppen, in denen Kinder und Jugendliche regelmäßig zusammenkommen, z.B. in Kindertagesstätten, in Einrichtungen des offenen Ganztags, Jugendgruppen etc.

Das entwicklungspädagogische Programm reagiert auf diese Situation. Es schult Lehrkräfte und Pädagog/innen aus anderen Feldern für eine professionelle Erziehungsarbeit. Im Mittelpunkt stehen dabei jedoch nicht nur Kinder/Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten bzw. sozial-emotionalen Entwicklungsrückständen, sondern auch ganze Gruppen oder Klassen, in denen ein systematischer Aufbau von sozial-emotionalen Fähigkeiten angezeigt ist. Das Programm kann daher z.B. ebenso in ganzen Klassen von allgemeinen Schulen als auch in speziellen Fördergruppen für besonders "schwierige" Schüler/innen eingesetzt werden, oder auch in Gruppen verschiedenster Art generell. Ebenso eignet sich das Programm zur Förderung von Kindern mit Verhaltensproblemen, die in inklusiven Settings gefördert werden.

Im Gegensatz zu üblichen Denkweisen wendet sich ETEP ab vom Defizitansatz (das Kind kann nicht; der Jugendliche macht Folgendes falsch ...) und setzt einen Entfaltungsansatz dagegen, bei dem die Stärken und Potenziale des Kindes/Jugendliche im Mittelpunkt stehen.

Grundlage der Arbeit ist eine Verhaltensdiagnostik mithilfe eines Bogens (ELDiB), auf dem das aktuelle sozial-emotionale Fähigkeitsprofil von Kindern und Jugendlichen eingetragen wird sowie die Förderziele für die nächsten Wochen bestimmt werden. Dieser Bogen ist auch die Basis für die Evaluation, d.h. die Überprüfung der Effizienz.

Die Arbeit an den Förderzielen erfolgt zum Einen im Unterricht selbst. Die Unterrichtsaktivitäten und -materialien werden so strukturiert, dass – neben der Schulleistung – auch die Verhaltens-Kompetenzen systematisch aufgebaut werden. Zum Anderen ist selbstverständlich der systematische Fähigkeitsaufbau nicht nur im Unterricht möglich, sondern auch in allen Situationen, in denen Lernprozesse strukturiert werden.

Ein ganzer Katalog von Interventionsstrategien stellt den Pädagog/innen einen Handlungsrahmen bereit, mittels dessen sie auf die Förderbedürfnisse dieser Kinder und Jugendlichen gezielt eingehen können und deren Kompetenzen festigen können.

Für die Förderung einzelner Kinder/Jugendlichen ist es natürlich wesentlich zu wissen, wie deren Erfahrungen und Problemkonstellationen sich gestaltet haben. Die gemeinsame Beratung der beteiligten Pädagog/innen zum Thema "Entschlüsseln von Verhalten" ist daher zwangsläufig Teil der Arbeit. Bei dieser Fallberatung werden fünf Aspekte in den Blick genommen: Entwicklungsängste, Abwehrmechanismen, Form der sozialen Einflussnahme, private Realität, existenzielle Krise.

In Deutschland arbeitet bereits eine Vielzahl von Grundschulen, Schulen der Sekundarstufe I, Berufsschulen, Förderschulen und anderen Einrichtungen mit dem Programm. Die Wirksamkeit wurde in mehreren Effizienz-Studien nachgewiesen.

Mit Entwicklungstherapie/Entwicklungspädagogik arbeiten bedeutet, einen Bogen zu schlagen von der Diagnostik über das Erarbeiten der Ziele in strukturierten Lernprozessen, dem systematischen Einsatz der Interventionsstrategien bis hin zum Betrachten der Hintergründe von Verhalten. Nur einzelne Teile dieses Programms einzusetzen, verspricht keinen Erfolg.