Die Ziele der Entwicklungstherapie/Entwicklungspädagogik

Entwicklungstherapie/Entwicklungspädagogik unterstützt Erwachsene bei der Aufgabe, den sozial-emotionalen Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen in spezifischer Weise zu begegnen, sodass damit gesundes sozial-emotionales Wachstum und verantwortliches Verhalten gefördert werden.

Unser Projekt stellt Verfahren bereit, mittels derer fünf zentrale Ziele verfolgt werden:

  • In der Öffentlichkeit soll ein zunehmendes Verständnis geschaffen werden für die sozial-emotionalen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen und den Ressourcen, die den Erziehenden und Beratenden zur Verfügung stehen.
  • Erwachsene, die mit Kindern oder Jugendlichen arbeiten, sollen ein zunehmendes Verständnis von den Rollen des Erwachsenen gewinnen sowie von den Verantwortlichkeiten der Erwachsenen in dem Prozess, gesunde sozial-emotionale Entwicklung bei jungen Menschen zu fördern.
  • Fachkräfte im pädagogischen Feld sowie Eltern sollen Fähigkeiten ausbauen, die zu dieser Förderung von gesunder sozial-emotionaler Entwicklung beitragen.
  • Junge Menschen sollen ihre sozial-emotionalen Kompetenzen und verantwortliches Verhalten aufbauen und ausbauen.
  • Die Vermittlung des Projektes in verschiedenen Anwendungsfeldern soll effizient und effektiv geleistet werden.

Effizienz des Modells

Entwicklungstherapie/Entwicklungspädagogik

Förderung sozial-emotionaler Kompetenz und verantwortlichen Verhaltens bei Kindern und Jugendlichen

Die Effizienz dieses Modells ist dreifach auf Validität überprüft worden, und zwar in den USA durch das Joint Dissemination Review Panel des U.S. Office of Education (National Institute of Education) im Zusammenhang mit der nationalen Verbreitung des Modells; des weiteren vom Program Effectiveness Panel des Office of Innovation and Development. Im ersten Validitäts-Nachweis wurde das Modell als hoch wirkungsvoll befunden für die Förderung von Kindern mit gravierenden emotionalen Störungen; im zweiten für das Training von Pädagog/innen. Im Jahre 1993 wurde das Modell von der American Psychiatric Association – neben vier weiteren – als ein USA-bundesweit operierendes Programm ausgewählt, welches das Zertifikat für bedeutsame Leistungen erhielt. Dieses Zertifikat wurde verliehen in Anerkennung eines innovativen und gut erforschten Programms (d.h. der Entwicklungstherapie), in der Förderung von emotional gestörten Kindern, das im klinischen Rahmen und in der professionellen Anwendung hervorragende Resultate hervorbringt. Der jüngste Validitäts-Nachweis im US-amerikanischen Raum fand 1996 statt, und zwar hinsichtlich des Einsatzes des Modell in vollintegrierten und teilintegrierten Settings sowie in der Sonderförderung. In diese Studie wurden 58 Kinder mit verschiedenen Auffälligkeiten und Schweregraden der Ausprägung (beides: Jungen und Mädchen aus unterschiedlichen Altersgruppen) in fünf einzelnen Förder-Settings untersucht. Die Studien wies einen statistisch signifikanten Anstieg der sozialen, emotionalen und behavioralen Kompetenz dieser Kinder während nur eines Schuljahres nach. Dieser signifikante Anstieg erfolgte in den Bereichen Verhalten, soziale Kommunikation, Sozialisation (Peers und Erwachsene) und kog-nitive Fähigkeiten bei den Kindern aus jeder der verschiedenen Gruppen. Die Schrift Documenting Effevtiveness gibt einen Überblick über das Evaluations-System. – Alle diese Studien sind von den Autorinnen Mary M. Wood, Karen R. Davis und Faye L. Swindle zusammengefaßt in der Darstellung: Twenty-Five Years of Developmental Therapy-Teaching, Fostering Social-Emotional Competence and Responsible Behavior in Children and Youth (1996).
Für das deutsche Programm liegt eine Evaluations-Studie aus der Jakob Muth-Schule, Essen vor (vgl. Bergsson, 1995), die die Validität des Programms auch für diesen Rahmen nachweist. – Außerdem liegt eine Untersuchung aus Berlin vor (2011) zur Umsetzung von ETEP und zur Wirkung auf Schüler und Lehrer.
Die Untersuchungen haben gezeigt, daß das Programm mit durchgängigem Erfolg – einschließlich Organisations- und Teamentwicklung – in vielen erzieherischen Settings einsetzbar ist, z.B. Frühförderung, Vorschule, Kindergarten, Tagesstätten sowie in integrierten Settings und Klassen oder Schulen für Sondererziehung. Die Ergebnisse voraufgehender Untersuchungen belegen, daß die verwendeten Instrumente zuverlässig und gültig eingesetzt werden können, um die Ausgangslage hinsichtlich des sozial-emotionalen-behavioralen Kompetenz-Niveaus eines Kindes/Jugendlichen vor Beginn der Förderung zu erfassen und den Erfolg der Förderung in regelmäßigen Abständen zu überprüfen. In gleicher Weise stellt das Instrument, das die Professionalität einer Pädagogin/eines Pädagogen bei der Anwendung der spezifizierten Verfahren prüft, eine zuverlässige und gültige Messung von Trainingseffekten zur Verfügung.